Meister sein!

Wie wird man Meister?

Nach 13 Saisons kann nun gesagt werden: Da ist vieles möglich!!!

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2018: Der erste Tipper, der es geschafft hat, bei seiner ersten Liga-Teilnahme gleich Meister zu werden, ist Bastian mit seinem Team HANSA Stein. Wie es dazu kam, ist allerdings ausgesprochen bemerkenswert, ebenso wie der Umstand, dass der Titelverteidiger, Gurke, mit einer katastrophalen Ausbeute Tabellen-Letzter wurde. Es scheint eben alles möglich.
Wichtig zu beachten: In die Wertung gingen nur 31 Spiele ein, drei Spieltage waren wegen Abwesenheit von Tippgegnern nicht in die Wertung eingeflossen. Wäre dem nicht so gewesen, so hätte HANSA 213 Tore erreicht. Die Mister bisher hatten 229 und mehr Tore, selbst der Umstand, dass acht Teams (die Hälfte aller Tipper) mehr Tore erzielt hatte, änderte nichts an der Tatsache, dass HANSA – und nicht einmal knapp, sondern mit 8 Punkten Vorsprung – Meister wurde. Unser Fazit lautet jedoch – wie in den letzten beiden Jahren: Schön, wenn es immer wieder Überraschungen gibt, das macht Lust auf die neue Saison.
Noch ein kleiner Nebensatz nach dem „Interessant ist auch:“ … dass Bastian direkt nach diesem Triumph bei der WM unglücklich schon nach der Vorrunde die Segel streichen musst, während der so arg enttäuschte Stefan (vorletzter Tabellenplatz) zum Beispiel Weltmeister wurde. (Ok, das waren zwei Nebensätze…)

2017: War der Ausgang der vorherigen Saison schon kaum zu erwarten gewesen, die diesjährige endete mit einer Sensation: Gurke – der lebende Gesangsverein in Behandlung, in den letzten Jahren nie mit einstelligem Tabellenplatz, bisher ohne jeglichen Titel, wurde Meister, sogar vorzeitig. Das ist natürlich – neutral beobachtet – für alle Tipper erst einmal eine positive Nachricht. Der 14. der letzten Saison, in der er nicht einmal die 200-Tore-Marke schaffte, wird kurzerhand Meister, der Titelverteidiger Letzter! Ein Grund für alle, die trotz anhaltend guter Tipps den Thron noch nicht ersteigen konnten (Marian, Marschall). Und natürlich auch verdient ist er, der Titel: Immerhin hat Gurke die sechtshöchste Trefferzahl – 245 Tore in einer Saison (pro Spieltag 1,3 mehr als letztes Jahr) sind ein wirklich guter Wert. In der kompletten Ligageschichte haben überhaupt nur neun Leute mehr Treffer erzielt – insgesamt geschah dies 14-mal, zweimal dabei in diesem Jahr (Gott, Marian).
Eine Besonderheit besteht darin, dass alle bei allen Teams diesmal nur 32 Spieltage in die Wertung eingingen. Wären Korpiklaani und Manto nicht ausgeschieden, so hätte Gurke eventuell mehr Punkte ergattern können – seinem Durchschnitt zufolge hätte er auch 67 Punkte haben können.

2016: Es wird Pavel (Dukla) herzlich wenig stören, dass er mit dem Erringen des Titels neue Negativrekorde aufgestellt hat. Zum ersten Mal hat ein Meister weniger als 20 Siege, gemeinsam mit Meister Traktor auch die meisten Unentschieden (6) – außerdem weist er die niedrigste Tordifferenz auf. Immerhin schoss er die dritthöchste Torzahl, blieb lediglich hinter den erfahrungsgemäß besten Schützen, WOHFG und Marian. Vier Jahre vorher hatte der König nur ein Tor mehr als Pavel jetzt erzielt, damit jedoch 16 Punkte mehr gesammelt, u.a. um sieben Siege mehr auf dem Konto. Sicher lag das auch daran, dass er um 43 (!) Gegentreffer weniger kassierte.
In den nunmehr drei letzten Jahren konnte kein Meister die 70-Punkte-Marke mehr erreichen – ein Indiz dafür, dass die Liga ausgeglichener ist, als das früher der Fall war.

2015: Polygraftechnika rettet die Meisterschaft über die Ziellinie. Noch mit einem recht komfortablen Vorsprung als Herbstmeister aus der Hinrunde angetreten, lief die Rückrunde (wie so oft) nicht gut an. Zwar gelang immerhin der zweite Platz in der Rückrundentabelle, allerdings mit einem erheblichen Abstand auf den alles überragenden Rückrundenmeister, GV „Edel tun“, der mit einer Bilanz von 14-3-0 einen nie dagewesenen Wert aufstellte. Platz 13 und 17 Punkte Rückstand ließen wohl niemanden unter der treuen Anhängerschaft auch nur ansatzweise vom Meistertitel träumen. Schlussendlich konnte er aber doch nur 15 Punkte aufholen, auch weil der König – eine Parallele zur letzten Saison – an den letzten beiden Spieltagen nichts mehr anbrennen ließ. Dabei muss erwähnt sein, dass die Gegenwehr der letzten beiden gegner (MHD, Korpiklaani) auchnicht besonders groß war.
Damit gelingt Polygraftechnika etwas, was vorher noch niemandem beschieden war – die Verteidigung des „ehrlichsten aller Titel“!

2014: Polygraftechnika ist zum dritten Mal Meister. Nachdem die Meisterschaft vor zwei Jahren ja ausgesprochen souverän gewonnen worden war, gestaltete sich das Ganze diesmal wieder als Zitterpartie bis zur letzten Sekunde – genauso wie beim ersten Titelgewinn. 248 geschossene Tore sind sehr ordentlich, der sechshöchste Wert aller Zeiten, aber hinter Vorjahresmeister nur der zweitbeste der Saison.

Polygraftechnika hatte die Herbstmeisterschaft relativ souverän eingefahren. 6 Punkte Vorsprung nach dem 17. Spieltag kommen nicht allzu oft vor. Verfolger gab es mehrere, aber schließlich gelang es nur dem Göttlichen, dem Meister einen harten Kampf bis zur letzten Sekunde zu bieten. Der Vorsprung war am 25. Spieltag egalisiert, nach über 20 Spieltagen an der Tabellenspitze musste Oleksandrija diese räumen, um sie gerade noch rechtzeitig, am 33. Spieltag – zum psychologisch günstigsten Zeitpunkt wiederzuerobern. Schützenhilfe leistete dabei Zappa (Bergedorf). Polygraftechnika selbst holte bei 17 richtigen Tendenzen aus den letzten 18 Spielen insgesamt 25 Punkte, mehr als 10 Prozent der gesamten Saison. Das entscheidende Spiel gegen Traktor (16:15) ist bisher das zweit-torreichste unter allen! Die Formkurve über die Saison hinweg gleicht der von 2012: Guter Start mit Herbstmeisterschaft, dann Abfall, dann Schlussspurt…

2013: Nach der Hinrunde schien es, dass etwa acht Mannschaften um den Titel mitspielen werden – Dukla, achtplatziertes Team, trennten nur vier Punkte von Herbstmeister Polly. Am Ende reichte dem GV Mariechen eine einzigartige Rückrunde dazu, dass es als Meister sechs Punkte vor dem Herbstmeister, Polly United, lag. Polly ist damit dreifacher Herbst- und zweifacher Vizemeister – zweifelhafter Ruhm! Mariechens Leistung gleicht der von Scorpions in dessen Meistersaison auffallend, gleiche Tendenz, gleiches Torverhältnis. Nur, dass in diesem Jahr eben deutlich mehr Tore fielen. Die Punktzahl von 70 ist – gemessen an den Ergebnissen der letzten Saison vielleicht nicht berauschend, jedenfalls scheint es so! Es muss allerdings und unbedingt darauf hingewiesen werden, dass alle Punkte „ehrlich“ eingespielt wurden, Mariechen erhielt – im Gegensatz zu einigen Konkurrenten – keine Gutschrift wegen Nichttippens eines Gegners. Die vermeintliche Vorentscheidung fiel am 33. Spieltag, als Mariechen dann doch einmal einen schwächeren Tag hatte. 5 Tore schoss er nur, genauso viel wie zum Beispiel Spartek. Die Kaizerchiefs hatte die gute Rückrundenform aber definitiv verlassen – nur vier Tore und Mariechen behielt seinen Drei-Punkte-Vorsprung vor Polly United, der noch einmal ordentlich zugelegt hatte. Am letzten Spieltag hätte Polly dann schon ein kleines Wunder gebraucht – dazu kam es nicht. Unabhängig vom Ausgang des des Klassikers Polly – Poly fand WOHFG schnell zur alten Form zurück und gewann sein letztes Spiel, wobei er 9 Tore schoss, was nur ein Tor unter der Tagesbestleistung war. Übrigens startete Mariechen mit nur zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen! Ich behaupte, kein künftiger Meister hatte einen so schlechten Saisonauftakt! (Juventus 3 Punkte aus vier Spielen, Traktor 2 aus 4)

„Meisterbezwinger“ können sich diesmal nennen: 1. FC Potte, Korpiklaani, Šotek, Dukla, Polly United und Spartak, welches ihn gar zweimal schlug! Die direkten Gegner begegneten Mariechen also auf Augenhöhe und Spartak, dass zur Halbserie noch vor Mariechen lag, schoss in der Rückrunde sogar mehr Tore – aber das alles ist eben nicht entscheidend.

2012: Nach dem fantastischen Resultat von Juventus in der Saison 2010/11 war es kaum vorstellbar, dass jemand auch nur in die Nähe dieses Ergebnisses kommen könnte. Wenn auch mit einiger Unterstützung von Nichttippern, so ist dies dennoch gelungen. Polygraftechnika schraubt den Rekord an gewonnenen Spielen in einer Saison auf 26. Er schaffte 79 Punkte – so wie Juventus letzte Saison. Schoss dabei ein Tor mehr… Dabei schlug Polygraftechnika jeweils in den letzten Spielen beider Serien zu… eine Schwächephase gab es nur zu Beginn der Rückrunde, was den Verlust eines komfortablen Vorsprungs bedeutete… jedenfalls ist Polygraftechnika nach sechs Jahren als erstes Team zum zweiten Mal Meister geworden, und zwar mit einem Vorsprung von satten 13 Punkten – kein Vergleich hierbei zu früheren Titelträgern, lediglich Scorpions hatte mit 10 Punkten Vorsprung ein vergleichbares Polster…

2011: „Der fünfte Meister der Tippliga ist nun also – und wie Hauptkontrahent Juventus eingesteht – verdient Meister.“

Das war das Resümee der Saison 2009/2010. Im folgenden Jahr ist es Juventus nun selbst, dem wohl niemand den Titel missgönnen wird – seine Tippleistung war schlicht und ergreifend maßgebend!

Juventus zu besiegen war nicht einfach, es verlor nur zwei Heimspiele (Traktor 4:7 / GV „Edel tun“ 6:8) – das waren gleichzeitig die einzigen Niederlagen der kompletten Rückrunde, sowie eben drei Partien auswärts (AEF 5:6 / GV Mariechen 4:6 / Edelpups 3:5) – dabei sind zwei Dinge auffällig – es ist keine „Kanterniederlage“ dabei, und zweitens: Edelpups scheint ein besonderer Gegner zu sein. Alle vier Spiele im Edelpups-Stadion hat Juventus verloren, das sind acht Prozent aller verlorenen Spiele!

Einzig außergewöhnlich ist an der Meisterschaft Juventus´ vielleicht nur der Beginn der Saison: An den ersten vier Spieltagen gelang es ihm lediglich 3, 2, 4 und 3 Punkte zu sammeln. Mit so einem Durchschnitt hätte er am Ende der Saison nur 112 Tore gehabt, weniger als die Hälfte seines tatsächlichen Standes. Man hätte wohl von einem klassischen Fehlstart sprechen müssen, GV „Edel tun“ hat nach dem vierten Spieltag drei Punkte mehr auf dem Konto, die ihm freilich nichts halfen, denn er hatte alle Spiele verloren. Juventus hingegen, obwohl niemand der 18 Tipper so wenig Tore geschossen hatte, konnte aus den vier Spieltag „immerhin“ vier Punkte mitnehmen. Wer weiß, ob es nicht stärker auf die Psyche gedrückt hätte, wenn er tatsächlich mit 0 Punkten aus dieser Anfangsphase herausgekommen wäre. 23 Punkte hat Juventus nur liegen lassen, davon ein reichliches Viertel an den ersten vier Spieltagen. Vergleichen wir das mit der Meisterschaft Traktors 2010… Stefan hatte aus den ersten vier Spielen nur 2 Punkte!

Für den Rest der Saison blieb Juventus im Prinzip unantastbar aus dem restlichen 30 Spielen nur drei Niederlagen, das ist kaum vorstellbar! Zur Halbserie sah das nur deshalb nicht so deutlich aus, da Sascha (Polly United) mit dem Schwung des Aufstiegs seine beste Runde gespielt hatte (13 Siege aus 17 Spielen!). Um klarzustellen, dass auch die Nichttipper, FK Skrýšov und Scorpions (2x) am verdienten Erfolg Juventus´ keinen Anteil haben soll unterstrichen werden, dass Juventus nur ein Spiel gegen Skrýšov ausgetragen hat –es war ohnehin ein Sieg. Der Zweitplatzierte, Polygraftechnika, hatte seine Partie gegen Skrýšov beispielsweise verloren – ebenso beide Partien gegen Scorpions!!! Auch wenn das natürlich spekulativ ist, weil man nicht weiß, wie Scorpions gegen Juventus getippt hätte (…wenn er getippt hätte), dann wäre theoretisch ein Vorsprung von 13 Punkten möglich! Auf der anderen Seite wäre wohl auch Polly nicht an Polygraftechnika vorbeigekommen, trotzdem bleibt das Nicht-Tippen die schwerwiegendste Problematik der Liga.

Traktor hat viermal mit einem Tor Unterschied gewonnen, dreimal ebenso knapp verloren.

Seine beste Runde bescherte ihm 17 Tore (17:12 gegen Spartak), seine schlechteste 2, die Niederlage gegen Dukla…

Dabei begann alles recht ungünstig – nur zwei Punkte aus den ersten vier Spielen, das nennt man Fehlstart, anders gesagt: Ein Drittel aller nicht gewonnenen Spiele waren direkt am Anfang. Das ist beachtlich. Meine Erfahrung besagt, dass man sich beim Tippen weniger frei, weniger mutig und weniger selbstständig führt, wenn man am Tabellenende steht. Auch in den nächsten vier Spielen gab es nur zwei Siege, allerdings keine Niederlagen mehr. Vier der sechs Unentschieden waren freilich schon jetzt auf dem Konto. Am neunten Spieltag die nächste Niederlage. Zu diesem Zeitpunkt hätte man sicher nicht darauf gewettet, dass die BSG Meister wird (Platz 14 2–4–3)

Nun folgten freilich 5 Siege in Folge. Aus den ersten neun Spielen der Rückrunde holte Traktor dann 20 Punkte (vgl. Hinrunde: 10), darunter der wichtige 6:4-Sieg gegen Juventus Patella. Von nun an schien Traktor Hauptfavorit auf die Meisterschaft zu sein, er hatte die meisten geschossenen Tore und spielte seine Runde souverän, dann freilich kam die unerwartete Niederlage gegen den eigentlich aussichtslosen HC Dukla. Es sollte aber bei diesem einmaligen Ausrutscher bleiben und letztlich wird Traktor Meister. Juventus, wie jedes Jahr mit eigentlich makelloser Tippleistung wird Zweiter und trägt einen moralischen Gewinn hinfort, nämlich den, Traktor am letzten Spieltag nach geschossenen Toren noch abgefangen zu haben.

Eine spezielle Serie hat Traktor jedoch nicht hingelegt, da muss weiter Polygraftechnika gejagt werden.

Dessen beste Serie aus seinem Meisterjahr liest sich so: 17 Spieltage ungeschlagen (3. Spieltag bis 19. Spieltag 2005/06), vorausgegangen war eine bittere 4:13-Schlappe gegen den GV Mariechen, eingeleitet wurde die Serie gegen Korpiklaani, den Angstgegner – allerdings nur mit einem Unentschieden. Korpiklaani, wie gesagt Angstegegner, beendet die Serie auch. Das heißt, im Meisterjahr konnte Polygraftechnika Korpiklaani nicht besiegen. Nach dem Unentschieden am 3. Spieltag folgten freilich 13 Siege in Folge, ebenfalls bis heute unerreicht. Man muss allerdings erwähnen, dass es damals noch eine etwas andere, legere Regelung mit dem Nicht-Tippen gab. 3 der 13 Siege verdankt Polygraftechnika eben dem Umstand, dass der Gegner nicht getippt hat.

Der FC Scorpions hat auch eine besondere Meistersaison aufzuweisen. Während alle Meisterschaften letztendlich recht knapp waren, alle erst am letzten Spieltag entschieden wurden, hat Scorpions in seiner Meistersaison gar nichts anbrennen lassen – zehn Punkte Vorsprung sind bisher Rekord!

Am knappsten an der zweiten Meisterschaft war bisher GV Mariechen 80 dran. Nachdem er 2008 Meister war, hatte er am 34. Spieltag der Nachfolgesaison alle Trümpfe in der Hand, bereits ein Unentschieden gegen Dauerrivalen Polygraftechnika hätte zur Titelverteidigung gereicht. Doch obwohl Polygraftechnika nur das 13-beste Tippergebnis der Runde hatte, verlor er das Spiel und fand sich in einem Tal der Tränen wieder. Dass die Nachfolgesaison Abgeschlagenheit auf Platz 16 bringen würde, konnte er sicher nicht ahnen.

Mit eben diesem Saisonausgang 2009 hat 4ever ManU FC ein Novum geschaffen, Meister zu werden, ohne nach dem 33. Spieltag auf dem 1. Platz gestanden zu haben.

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