Gewinner, Verlierer, Pechvögel

Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit / Glück und Unglück

Meister kann man werden, mit oder ohne Glück. Und wenn man Zweiter wird, dann ist es schade, nicht mehr, nicht weniger. Mögen noch so viele Zufälle den Titelgewinn verhindert haben.

Richtig schlimm jedoch ist nur der Abstieg. Bisher sind noch nicht so viele Teams direkt abgestiegen, da es in jeder Saison Teams geschafft haben, disqualifiziert zu werden – sicherlich die bisher größte Unzulänglichkeit der Liga…

Diejenigen Teams, die trotz aller Mühen am Ende der Saison Abstiegsplätze belegt haben, sowie ihre Bilanz findet man hier:

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Notwendigerweise muss erwähnt werden, dass weder Slavia, Gotteswolke, die Los Merengues, noch der GV Mariechen real abgestiegen sind, da es keine Aspiranten auf einen entsprechenden Aufstieg gab. Hier darf man also von Glück im Unglück sprechen. Dasselbe galt 2015 für Potte und den GV „In Behandlung“, sowie 2016 für Polly United und die Kaizerchiefs. Seit einigen Jahren steigt niemand mehr ab.

2018: Nun weiß ich es, das Kunststück, als Meister in der Nachfolgesaison Letzter zu werden, hat nun nach Paverl im letzten Jahr Gurke vollbracht, und zwar mit einer wirklich bemerkenswerten Serie, es gelangen noch weniger Punkte, als den legendären MI-5 (mit der damals so einzigartigen 0:0-Strategie). In die Wertung gingen freilich nur 31 Spiele ein, was den „Spitzenplatz“ etwas relativiert… Insgesamt gelangen Gurke übrigens 190 Tore.

2017: Ich glaube nicht, dass es schon einmal der Fall war, dass sich der amtierende Meister im Jahr seiner Titelverteidigung auf dem letzten Platz befand, diesmal war es der 16., da mit Korpiklaani und Manto gleich zwei Tipper zwangsrelegiert worden waren. Der ebenfalls niedrige Punkteschnitt, den Pavel (Dukla) erreichte (weniger als 1 Punkt pro Spiel) ist allerdings ein kleines bisschen zu relativieren, da ja dieses Jahr nur 32  Spieltage in die Saisonwertung eingingen. Sicher nicht gänzlich uninteressant, dass in den letzten beiden Jahren Tipper die Meisterschaft errangen, die insgesamt auch schon zweimal die Abstiegsränge belegten.
Ab dem nächsten Jahr wird es auch theoretisch keinen Absteiger mehr geben. Die Liga bleibt nun also nicht nur faktisch, aber auch nach Definition geschlossen. Letzter kann man freilich immer noch werden :)

2016: Polly United belegte zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Abstiegsplatz, muss im Gegensatz zum ersten Mal aber nicht aussetzen, ebensowenig die Kaizerchiefs, bei denen wirklich gar nichts zusammenlief.

2015: Während Gurke (GV „In Behandlung“) zum zweiten Mal einen Abstiegsplatz ziert, musste sich Potte zum ersten Mal mit einem Kellerplatz begnügen. Beide steigen aber real nicht ab, da es wiederum keine neuen Interessenten für die nächste Saison gibt. Ich gehe davon aus, dass sich dies auch in den nächsten Jahren nicht ändert, so dass der Abstieg letztendlich nicht wirklich vollzogen wird!

Die beiden Absteiger des Jahres 2013, die aber ebenfalls in der Liga bleiben können, litten vor allem unter der Tagesform ihrer Gegner, beide hatten deutlich mehr Gegentore als der bisherige Rekordhalter (Slavia) – siehe unten. 8 Teams hatten eine schlechtere Torausbeute als die Los Merengues, dennoch wollte es nicht zu einem besseren Platz reichen, zum rettenden 15. Platz (Traktor) fehlten immerhin 5 Punkte, und das obwohl die LM 14 Tore mehr geschossen hatten.

2011: Über die Leistung von MI- 5 kann, aber muss (zum Glück) nicht weiter spekuliert werden. Auch gemessen an der Tatsache, dass 9 der 25 Punkte wegen des dreifachen Nichttippens (Scorpions, Skrýšov) Geschenke waren, muss man dieses Ergebnis als das mit Abstand schlechteste aller Zeiten betrachten. Sein Abstieg ist wohl für alle Tipper eine Erleichterung. Man sieht schon anhand der niedrigen Gegentorzahl, dass die jeweiligen Gegner eher vorsichtig und im Zweifelsfalle auch Unentschieden bzw. 0:0 getippt haben… Nach Polly United, Dukla und Grobmotorik ist MI-5 der vierte reguläre Absteiger.

Die nächsten beiden Tabellen zeigen, wer – über die zwölf Jahre hinweg – die meisten Tore geschossen, die meisten Tore kassiert hat… (In Klammern, zu welchem Platz in der Tabelle das letztendlich gereicht hat)

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Beachtlich die niedrigen Platzierungen vom GV „Edel tun“ und AEF – beide waren nach geschossenen Toren das jeweils zweitbeste Team der Saison – jeweils hinter einem Hübner 😉 – außerdem sehr beachtlich das grandiose Vermögen von Spartak, innerhalb von 5 Jahren dreimal derartige Torausbeute zu erreichen – man hat das Gefühl, dass die Zeit, in der Spartak Meister wird, wirklich mehr als reif ist. 2014 hat dann Mariechen noch „einen draufgesetzt“ und wurde mit der besten Trefferzahl nur 13 – und das, obwohl es 24 Tore mehr geschossen hatte als 2008, da wurde Mariechen Meister!

2013 war der sieben Jahre alte Rekord von Polygraftechnika geknackt worden. Dabei sah dieser ursprünglich wie ein Rekord für die Ewigkeit aus – zehn Punkte Vorsprung waren es innerhalb der sieben Jahre. Mariechen hatte dabei in der Hinrunde mehr Tore als in der Rückrunde, trotzdem verlief diese für ihn wesentlich besser und führte letztendlich auch zur verdienten Meisterschaft. Weiterhin interessant, dass die eindrucksvollste Leistung, die bisher zu einer Meisterschaft führte, und zwar die von Juventus im Jahr 2011 (nur 5 Niederlagen, 25 Siege), mit einer vergleichsweise niedrigen Torzahl (234) zustande kam, allerdings hatte eben in dieser Saison keiner mehr Tore! (Wenn dann Mainz, Hannover und Nürnberg um die Plätze 4 – 6 streiten, Wolfsburg, Schalke und Bremen aber fast absteigen, dann ist das vielleicht ein Erklärungsansatz…)

2014 natürlich extreme Disharmonie zwischen Trefferzahl und Platzierung. Mariechen und Spartak kamen in die Top Ten der ewigen Treffersumme, in der Saison aber nicht einmal in die Europa League.

2015 reichte Polygraftechnika das siebentbeste Ergebnis aller Zeiten (und gleichsam sein drittbestes) zur Meisterschaft. Den Titel im Vorjahr holte er mit einem mehr geschossenen Tor. Auch Vizemeister „Edel tun“ und einer der erfolgreichsten Torschützen überhaupt (insgesamt die meisten Treffer), WOHFG, der freilich nur 6. wurde, übertrafen die MArke von 240 Toren (7 Tore pro Spiel).

2016 waren es einmal mehr WOHFG und Marian, die die 240-Tore-Schallmauer übertrafen, allerdings nicht so deutlich, wie sie das früher schon geschafft hatten – gereicht hat das letztendlich nur für Platz 4 und 6.
Marian hat diesen Wert übrigens in den elf Jahren fünfmal übertroffen – Bestwert! WOHFG 4mal, Polygraftechnika und Juventus jeweils dreimal, wobei Juventus ja ein Jahr weniger Zeit dafür hatte.

2017 reichte Gott der diesjährige Spitzenwert von 251 Toren, der fünftbeste Wert der kompletten Ligageschichte nur zu Platz 11!!! Ein Blick auf die Tabelle der Torschützenkönig freilich offenbart, dass er damit keinesfalls als einziger Pechvogel dasteht. Marians 250 Treffer reichten immerhin zur Vizemeisterschaft. Vier Tipper schafften es in dieser Saison in die Top 18 dieser Wertung, so viel wie nie zuvor!

Im Jahr 2018 konnte sich zum ersten Mal nach 2011 niemand in die Liste eintragen, was wohl auch nicht dadurch beeinflusst ist, dass nur 31 Spiele gewertet wurden. Die insgesamt höchste Trefferzahl hatten die Rojos Soldados (236).

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Auffallend ist, dass unter den fünf größten Pechvögeln keiner ist, der schon zehn oder mehr Jahre dabei ist. Irgendwie schwer vorstellbar, dass das ein Zufall ist…

2018 hatte Polygraftechnika extremes Pech mit den Gegnern, bekam mehr Gegentore, als der beste Torschütze erzielt hatte, im Schnitt der 31 Spiele genau so viele wie die Los Merengues in 34, und die stehen ja ganz oben!

2017 geriet nur ein Tipper in das DIlemma, dass seine Gegner ausgerechnet gegen ihn immer einen guten Tag erwischten – Juventus. Die Gegentorzahl reduziert allerdings aus insgesamt nur 31 Spielen, wer weiß, wie viele es gewesen wären, wenn niemand relegiert worden wäre…

2016 stellt das Ende der Beispiellosigkeit von den Los Merengues und Gott dar. Zwar hatte nur ein Team die Ehre, mehr als 230 Tore eingeschenkt zu bekommen, dieses dafür aber ordentlich: 248 Gegentore stellen den zweithöchsten Wert überhaupt dar, und zwar auch nur um ein Tor weniger als die 249 der besagten Merengues – den zweithöchsten Wert hatte mit 221 der 4ever Man FC – eine so hohe Differenz hat es meines Erachtens noch nie gegeben. Lebenspartner Stefan (Traktor) hat 49 Gegentore weniger bekommen, das ist spektakulär – fast 1,5 Tore pro Spiel (lässt man mal die Partien gegen den MHD außer Betracht, welche ja alle mit „zu null“ gewertet wurden).

2015 war der „Pechvogel des Jahres“ der MHD Lions. Nur zwei Teams haben bisher mehr Pech mit der Stärke des jeweiligen Gegners gehabt. Erstaunlicherweise waren es immer Teams, die neu in der Liga waren. Kopf hoch! Es kann nur besser werden!

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